Frankreichaustausch 2015

Pünktlich! kamen die Franzosen zum 6. Mal

Gelungene deutsch- französische Schülerbegegnung zwischen dem GAG Perleberg und dem Lycée Bourdelle

„Dieser Austausch hat nicht nur Freundschaften geknüpft. Ich habe Erfahrungen gesammelt, von denen ein paar vielleicht mein Leben lang in Erinnerung bleiben“, so Maria zum vergangenen Schüleraustausch mit unserer Partnerschule in Frankreich, dem Lycée Bourdelle. Nach dem Besuch einiger unserer Schüler in Montauban im letzten Herbst, kamen am Samstag, den 21.03.2015, 21 französische Schüler und Schülerinnen in Wittenberge an. Einige kannten ihre Austauschschüler bereits, andere lernten sich neu kennen.

Das erste Wochenende verbrachten die Franzosen in den Gastfamilien. Sie lernten hierbei die Familien und die Umgebung näher kennen. Oft wurden auch gemeinsame Hobbys entdeckt. So zum Beispiel Berit: „Ich war mit meiner Französin reiten. Das hat uns beiden wirklich viel Spaß gemacht.“

Ab Montag begann dann das Programm. Wir arbeiteten gemeinsam mit den französischen Schüler/innen an Plakaten zur Ausstellung: „Aktion T4“ und „Euthanasie“ im Dritten Reich. Diese wurden in englischer Sprache am Mittwoch vorgestellt. Nach der Projektarbeit hatten wir Freizeit in Perleberg, wobei der Rossman für die Französinnen um einiges interessanter war als unser Roland. Nach einem gemeinsamen Mittagessen war das Programm für diesen Tag beendet, die Franzosen verbrachten den Nachmittag mit ihren „Brieffreunden“, wie sie uns nannten.

Am Dienstag stand ein Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen KZ Ravensbrück auf dem Plan. Zuerst wurden wir über das Gelände geführt, im Anschluss sahen wir einen Film und hatten dann noch Zeit, die Gedenkstätte selbst zu erkunden und ein Licht für die Opfer anzuzünden.
„Das Krematorium war schrecklich, ich habe eine starke Gänsehaut bekommen, es war ein wirklich bewegender Moment für mich. Da das eigentliche Lager nicht mehr erhalten ist, mussten die einzelnen Baracken durch Vertiefungen im Schotter dargestellt werden, was meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist. Dadurch bekommt man eine bessere Vorstellung vom Gebäudekomplex. Außerdem hatte jedes betroffene Land einen Raum selbst gestaltet. Das war eine sehr gute Idee und die Umsetzung sehr berührend.“, so Berit.

Sophie zur „Euthanasie“-Gedenkstätte in Brandenburg/Havel, die wir am Mittwoch besuchten:
„Die Geschichte, die hinter den Ereignissen steckt, ist erschreckend. Durch den Besuch haben wir einen weiteren, schrecklichen Einblick in die Zeit Hitlers bekommen. Wir fragen uns, wie konnte ein einziger Mann so etwas anrichten? Die Ärzte und Schwestern hatten einen Eid abgelegt: den Patienten in jeder Not zu helfen. Stattdessen leisteten sie Beihilfe zum Mord. Wir haben an diesem Tag Erfahrungen gesammelt. Wir müssen verhindern, dass so etwas erneut geschieht.“

Natürlich durfte auch ein Besuch unserer Hauptstadt nicht fehlen. Am Donnerstagmorgen versammelten wir uns am Bahnhof Wittenberge, um gemeinsam mit dem Zug nach Berlin zu fahren. Nach einer kurzen Stadtführung durch Herrn Waldmann hatten wir Freizeit. Das Shoppen durfte dabei natürlich nicht zu kurz kommen. An diesem Tag haben wir etwas fürs Leben gelernt: Die Vorurteile stimmen. Wir Deutschen sind extrem strukturiert, pünktlich und genau. Ich hätte nie erwartet, dass das stimmt, doch in diesem Fall unterscheiden wir uns sehr von den Franzosen.

Am Freitag besuchten wir die Perleberger Tafel, wobei die Franzosen viel Interesse am Vergleich der Systeme zeigten. Anschließend besichtigten wir das DDR-Geschichtsmuseum in Perleberg. Danach hatten wir Freizeit, am Abend fand der traditionelle Frühlingsball statt, bei welchem die Franzosen zum ersten Mal auf die ebenfalls in dieser Woche anwesenden Holländer trafen. Es wurde ein sehr schöner Abend, ein gelungener Abschluss unseres Programms.

Das Wochenende verbrachten die Franzosen wieder in den Gastfamilien, Sonntag früh fuhren sie zum Flughafen, um von dort aus wieder in ihre Heimat zu fliegen. Der Abschied war tränenreich und sehr emotional.

Ich denke, diese Woche hat auf Seiten der Franzosen, als auch auf Seiten der Deutschen sehr viel gebracht. „Ich habe meine Französisch-, als auch Englischkenntnisse sehr verbessert“, meint Eva. Durch die Unterbringung in den Gastfamilien hatten wir die Möglichkeit, Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Alltags festzustellen. „Ich als Nicht-Französisch-Sprachler werde den französischen Ausdruck für „Gesundheit“ wahrscheinlich nie vergessen“, so Maria.

Theresa Telschow, 10.1
Schülerin unserer Schule

Veröffentlicht auf unserer Schulhomepage unter http://www.gymnasium-perleberg.de/index.php/zeitungsartikel/176-studentexchangefrance2015

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