Regierung lockt Lehrer mit Geld

Der Prignitzer berichtet am 16. Juni über folgendes Thema:

Bildungsminister plant Bonuszahlungen für die Prignitz / Gymnasium Perleberg sucht dringend Biologielehrer

Potsdam/Prignitz. Landesbildungsminister Günter Baaske (SPD) plant einen Modellversuch, um unbesetzte Lehrerstellen in der Prignitz oder der Uckermark zu besetzen. Ein zeitlich begrenzter Zuschlag zum Gehalt ist rechtlich möglich. Von der Gewerkschaft kommt dazu allerdings harsche Kritik.

Nach dem brandenburgischen Besoldungsgesetz sind die Zuschläge unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, heißt es seitens des Potsdamer Bildungsministeriums. Bevor eine entsprechende Rechtsverordnung jedoch erlassen wird, will Bildungsminister Günter Baaske noch mit dem Finanzministerium Einvernehmen herstellen und Gespräche mit dem Bildungsausschuss des Landtages führen.

Geplant sind Zuschläge von monatlich 300 Euro über einen Zeitraum von insgesamt drei Jahren. In Frage komme dies allerdings nur, wenn auf allen anderen Wegen eine Stellenbesetzung nicht erfolgreich war und akuter Bedarf besteht, heißt es im Ministerium. Es ist zudem vorgesehen, dass nur verbeamtete und nicht angestellte Lehrkräfte oder Seiteneinsteiger in den Genuss kommen.

Als Beispiel für den Bedarf wird in Potsdam immer wieder das Gymnasium Perleberg (Prignitz) herangeführt. Direktor Veit Goralczyk-Pehl berichtet, dass zurzeit händeringend ein Biologielehrer gesucht wird. Das Angebot des Schulamtes lautet, eine Schule zu finden, mit der man sich einen Biolehrer teilen kann. So wurde bereits im vergangenen Jahr mit der Stelle eines Lateinlehrers verfahren. Davor fehlte ein Musiklehrer. Eine Kollegin, die die Stelle annahm, wanderte wieder nach Berlin ab, nachdem sie in der Prignitz verbeamtet worden war, berichtet der Direktor.

Goralczyk-Pehl hat Zweifel, ob eine Prämie dauerhaft Abhilfe schafft. Seiner Meinung nach wäre es besser, wenn die Schulen Referendare nach Bedarf erhielten, statt immer nur die mit den besten Noten zu schicken – in der Regel Deutsch-Geschichtslehrer. Auch Angebote der Kommune, beispielsweise preiswerte Wohnungen für neue Lehrer, gibt es in Perleberg nicht.

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften (GEW), Günther Fuchs, kritisiert hingegen die geplanten Zuschläge. Mitnahmeeffekte seien nicht auszuschließen und einige Absolventen würden wahrscheinlich länger mit Zusagen warten, um sie zu erhalten. Außerdem brächte es Unruhe in die Lehrerzimmer, wenn einige neue Kollegen extra vergütet würden.

Fuchs plädiert dafür, Stipendien während des Studiums zu gewähren, wenn sich die künftigen Pädagogen verpflichten, an bestimmten Schulen zu unterrichten. Das Land Brandenburg will in diesem Jahr knapp 1100 neue Lehrer einstellen. Für die Hälfte dieser Stellen wurden bereits Verträge unterzeichnet. Insgesamt lagen 6000 Bewerbungen vor.

Verfasst von Ulrich Thiessen

Quelle: Der Prignitzer

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