Erinnerungsblättchen an Perleberger Persönlichkeiten

Sie können unterschiedlicher nicht sein, aber haben dennoch Gemeinsamkeiten: August Höpfner und Hubert Fichte. Für beide ist nun ein Erinnerungsblättchen erschienen, weil sie in Perleberg gelebt haben, sich mit Literatur befassten und sich Anfang März ihr Todestag zum 115. bzw. 30. Mal jährt.

August Höpfner (1830-1901), Sohn eines Potsdamer Schneiders, wurde Lehrer und bekam nach seiner Ausbildung eine Stelle in Perleberg. Hier verliebte er sich in die Tochter des Tischlereibesitzers Heinrich. Er wusste zu gefallen, da ihm die Dichtkunst in die Wiege gelegt worden war. In gereimte Verse kleidete er so manche historische Begebenheit, die den Perleberger, Potsdamer und Berliner Bürgern wohl gefielen. Patriotische Versammlungen, patriotische Feste und patriotische Reimkunst waren in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beliebt. Seine Dichtkunst ist in Perleberg fast in Vergessenheit geraten, obwohl ihm die Stadt u.a. die Perleberger Reimchronik verdankt.

Hubert Fichte (1935-1986) erblickte in Perleberg das Licht der Welt. Sein jüdischer Vater verließ bald Deutschland wegen der Nationalsozialisten, sodass Hubert unter der Fürsorge von Mutter und Großmutter in Hamburg aufwuchs. Die Kindheit war auch von schwierigen Zeiträumen geprägt wie Kriegseinwirkungen, Kinderlandverschickung, Heimaufenthalt und Evakuierung. Durch die Tätigkeit der Mutter als Souffleuse bekam Hubert das besondere Leben an den Hamburger Theatern mit und fühlte sich im Kreise junger Literaten wohl. Sein eigenes literarisches Schaffen wurde mehrfach ausgezeichnet. Verschiedene Tätigkeiten in mehreren Ländern unterschiedlicher Kontinente, Entdeckungsreisen und Grenzerfahrungen ließen eine Materialsammlung entstehen, aus der er ein 19bändiges Werk „Die Geschichte der Empfindlichkeit“ verfassen wollte. Sein krankheitsbedingter früher Tod ließ dieses Werk unvollendet bleiben. Seit 1995 lobt die Stadt Hamburg für besondere literarische Leistungen den Hubert-Fichte-Preis aus.

Auf den Rückseiten der beiden Erinnerungsblättchen werden das Gottfried-ArnoldGymnasium einerseits und andererseits der Bahnhof Perleberg vorgestellt. Finanziert wurden die Blättchen dankenswerter Weise mit Unterstützung aus der Perleberger Geschäftswelt und des Bürgervereins. Die Blättchen sind in der Stadtinformation, Großer Markt 12, erhältlich.

Es informiert die Stadt Perleberg

 

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