Erneute Kundgebungen in Glöwen

DSC01950Ausgangspunkt für erneute Kundgebungen in Glöwen ist das Strafverfahren gegen einen 16-jährigen Flüchtling aus Afghanistan. Dieser soll im Januar zwei neun und elf Jahre alte Jungen sexuell missbraucht oder vergewaltigt haben. Doch zu einem Prozess kam es bisher noch nicht, da die beiden Kinder noch vernommen werden müssen.
Das war Anlass für die Freien Kräfte aus Neuruppin/Osthavelland und aus der Prignitz, die zum rechtsextremen Spektrum gehören, für erneute Kundgebungen. Um die 40 Demonstranten kamen gestern Abend. Bereits im Februar fanden zwei Versammlungen diesbezüglich statt.
Auch dieses Mal veranstalteten die Linken unter dem Motto “Für ein friedliches Miteinander – In der Prignitz gibt es keinen Platz für Rassismus und Fremdenhass” eine Gegendemonstration, denn sie wollen ein Zeichen für Toleranz, Weltoffenheit und ein friedliches Miteinander setzen. Sie verabscheuen die Tat und wünschen eine baldige Aufklärung. Allerdings ist ihre Befürchtung, dass die Rechten aus dem Leid der Opfer politisches Kapital schlagen wollen. Daher setzten sie sich zur Wehr.

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Annett Jura, Bürgermeisterin der Stadt Perleberg, im Gespräch mit der Schülergruppe unseres Gymnasiums.

Unterstützung erhielt die Gegendemo bei CDU, Bündnis 90/Grüne, SPD in Kreis sowie bei deren Landtags- und Bundestagsabgeordneten. „Ich bin überwältigt über den Zulauf, trotz der kurzfristigen Organisation“, betont Anja Kramer, Bürgermeisterin der Gemeinde Plattenburg. Annett Jura, Bürgermeisterin der Stadt Perleberg bezeichnet die Demonstration der freien Kräfte als unbegründet: „Es gibt in meinen Augen keinen Grund, warum die Freien Kräfte aus Neuruppin und dem Osthavelland zu uns in die Prignitz kommen und demonstrieren. Trotzdem müssen wir stark bleiben und dürfen nicht locker lassen. Wir müssen dagegen halten.“
Wieder mit dabei waren Mitglieder der Schülergruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ unserer Schule, dem Perleberger Gottfried-Arnold-Gymnasium. Sie verteilten aufs Neue selbst gebackene Anti-Nazi-Kekse an alle Teilnehmer. Jonas Henle, Leiter der Schülergruppe, spricht sich klar gegen die Freien Kräfte aus: „Es versteht sich von selbst, dass wir von der Schülergruppe heute hier vertreten sind. In unseren Augen sind die Nazis das eigentliche Problem.“
Abgesichert wurden die Demonstrationen, welche abermals direkt an der Bundesstraße 107 stattfand, von einer Vielzahl an Polizeibeamten. Zwischenfälle gab es während den Versammlungen offensichtlich nicht. Nach rund einer Stunde beendeten die Rechten ihre Kundgebung.

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Thomas Domres, Veranstalter der Gegendemonstration den Linken, eröffnet die Versammlung.

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Direkt an der Bundesstraße 107 standen die Freien Kräfte den Gegendemonstranten gegenüber.

Fotos: Redaktion
Text: Marcus J. Pfeiffer

 

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