Demos: Großaufgebot in Perleberg

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Zahlreiche Transparente demonstrierten den Standpunkt der Gegenkundgebung.

Über 160 Bürgerinnen und Bürger setzten gestern Abend auf dem Perleberger Großen Markt ein Zeichen für ein friedliches Miteinander und eine weltoffene und tolerante Prignitz. Zu einer laustarken und friedlichen Veranstaltung rief Thomas Domres, Landtagsabgeordneter der Linken, auf.
Grund war eine für 19 Uhr angemeldete Kundgebung der rechtsorientierten Freien Kräfte Neuruppin-Osthavelland und der Prignitz. Bereits eine Stunde zuvor versammelten sich die Teilnehmer der Gegendemonstration neben dem Rathaus. Diese stellten sich mit lautstarken Rufen und guter Musik gegen die Ankunft der rund 30 Freien Kräfte, die in etwa 100 Meter Entfernung ihre Kundgebung am Roland abhielten.

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Lautstark wurde sich gegen die Freien Kräfte gestellt.

„Ich bin stolz auf die Prignitz“, verkündet Kirsten Tackmann (Die Linke), Mitglied des Bundestages, in ihrer Rede auf der Gegenseite. „Wir sind weltoffen, gerecht und solidarisch.“ Sie ist nur eine von vielen Unterstützerinnen und Unterstützer, die bei der Anti-Aktion mitwirkten. Ebenso vor Ort waren unter anderem Annett Jura, Bürgermeisterin der Stadt Perleberg sowie ihre Amtskollegen Anja Kramer (Plattenburg) und Dr. Oliver Hermann (Wittenberge). Ein breites Bündnis von Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker stehen zu der Aktion.
Beide Seiten versuchten sich zu übertönen: Mit Klappern, Rasseln, Trillerpfeifen und Musik war die Gegenkundgebung deutlich zu hören. Musikalische Untermahlung gab es zudem von den beiden Musikern Theresia Winter und Lukas Arnold. Ebenfalls wieder mit vor Ort war die Gruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ unseres Gymnasiums.

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Für die musikalische Untermahlung sorgten die beiden Musiker Theresia Winter und Lukas Arnold.

„57 Minuten haben die es da drüben ausgehalten“, berichtet Thomas Domres gegen 20 Uhr, als die Freien Kräfte den Marktplatz verließen.
„Zu Zwischenfällen kam es nicht“, berichtet Peter Schröder, Leiter der Polizeiinspektion Prignitz. „Wir waren mit 100 Einsatzkräften unter anderem aus Potsdam vor Ort, alles verlief reibungslos bis zum Schluss beider Veranstaltungen.“
Bereits am Anfang dieses Jahres kam es in Glöwen zu ähnlichen Protesten mit demselben Anlass. Dort soll ein junger afghanischer Flüchtling zwei Jungen sexuell angegangen sein. Vor einer Woche wurde dieser schließlich vor dem Perleberger Amtsgericht zu Sozialstunden verurteilt. Am Anfang dieser Woche kam es außerdem zu einer rassistischen und großangelegten Plakataktion, bei der zahlreiche Ortseingangschilder in der Prignitz und darüber hinaus mit fremdenfeindlichen Parolen plakatiert wurden.

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Kerzenschein in der Abenddämmerung.

 

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Zahlreiche Transparente und laute Rufen gab es auf der Seite der Gegen-Kundgebung.
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Etwa 30 Freie Kräfte kamen auf den Perleberger Marktplatz.
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Ein Großaufgebot an Einsatzkräften der Polizei sicherte beide Veranstaltungen bis in den späten Abend hinein.

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Fotos: Marcus und Michael J. Pefiffer
Text: Marcus J. Pfeiffer

 

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